| |
 |
|
Die Engineeringprozesse in den Entwicklungs-
und Konstruktionsabteilungen von Maschinen-
und Anlagenbauern sind oft über Jahre gewachsen.
Die Wiederverwendung von Entwurfsunterlagen
erfolgt insbesondere bei Sondermaschinen
durch das Kopieren von Dateien aus alten Projekten:

Diese Vorgehensweise hat jedoch negative
Auswirkungen auf ...
- die Qualität: Fehler aus alten Projekten
werden in neue Projekte übernommen.
- den Service: Aufgrund der fehlenden Standardisierung
entstehen hohe Aufwände für das Servicepersonal.
- die Engineeringkosten: Mehrfachentwicklungen
entstehen durch eine fehlende projektübergreifende
Abstimmung.
Maschinen- und Anlagenbauer sind daher bestrebt,
das direkte Kopieren von Projektunterlagen
zu vermeiden und eine baukastenbasierte Wiederverwendung zu erreichen:

Die baukastenbasierte Wiederverwendung hat
gegenüber der Wiederverwendung durch Kopieren
eine Reihe von Vorteilen:
- Aufbau eines projektneutralen Firmenstandards
- Zentrale Repräsentation des Firmen-KnowHows
- Arbeitsteilung der Engineeringaufgaben in Entwicklung und Konstruktion
- Reduzierung von Durchlaufzeiten durch vorgefertigte Baugruppen
- Reduzierung von Fertigungskosten
- Systematische Erhöhung der Verfügbarkeit auf der Basis wiederverwendeter, erprobter
Komponenten
- ...
Trotz dieser Vorteile erfolgt die baukastenbasierte
Wiederverwendung häufig nur in Teilbereichen,
z.B. lediglich in der Softwareentwicklung.
Die wesentliche Ursache hierfür liegt darin,
dass große, im Maschinen und Anlagenbau wiederverwendbare
Einheiten komplexe, mechatronische Komponenten sind, die nicht als abgeschlossene physische
Einheit existieren.
Mechatronische Komponenten bestehen im allgemeinen
aus Teilkomponenten, die an unterschiedlichen
Orten innerhalb von Maschinen und Anlagen
(Bearbeitungseinheit, Schaltschrank, Software,
Dokumentation, etc.) verteilt sind.

Sie entstehen durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher
Ingenieurdisziplinen (Mechanik- und Elektrokonstruktion,
Softwareentwicklung, technische Redakteure,
etc.), die jeweils mit aufgabenspezifischen
IT-Lösungen arbeiten. Dies führt dazu, dass
Entwurfsunterlagen nicht entsprechend den
Anforderungen der Wiederverwendung sondern
orientiert an vorhandenen Systemlösungen
abgelegt sind.
Baukastensysteme sind daher zwar teilweise
mental, d.h. in den Köpfen der Mitarbeiter
vorhanden, es fehlt allerdings an einer informationstechnischen
Abbildung. Daher sind heute zeitaufwändige,
manuelle Routinetätigkeiten nötig, um kundenspezifische
Maschinen durch eine disziplinübergreifende,
baukastenbasierte Wiederverwendung zu projektieren.
Bisherige Lösungsansätze basierten auf Brückenlösungen
zwischen vorhandenen Systemen:

Bei diesen Ansätzen zeigen sich aber folgende
Grenzen:
- Durch die entwickelten Lösungen werden
zwar Brücken zwischen einzelnen
Informationsinseln
gebaut, eine übergreifende Integration
der Datenbestände wird jedoch
auch langfristig
nicht erreicht.
- Für jedes zusätzliche System, das integriert
werden soll, müssen Brücken zu vielen anderen
Systemen hergestellt werden. Der Integrationsaufwand
steigt mit der Größe des Gesamtsystems.
|
|